Keine Anleinpflicht im Saarland

 

Der Spaziergang im Wald oder Feld mit nicht angeleintem Hund verstößt gegen kein gesetzliches Verbot, zumindest nicht im Saarland.

Allerdings gibt es eine Reihe von Ausnahmen. In Naturschutzge-bieten nach § 13 BNatSchG kann es durch Rechtsverordnung verboten werden, Hunde unangeleint laufen zu lassen. Gleiches gilt für Wildschutzgebiete bzw. ausgewiesene Wildruhezonen. Außerdem ist es in Tollwutbezirken verboten, Hunde frei laufen zu lassen, außer sie haben nachweislich einen wirksamen Impfschutz und werden von

einer Person begleitet, der sie zuverlässig gehorchen (§ 8 Absatz 3 Tollwut-Verordnung).

Eine Anleinpflicht im Saarland sieht § 5 Absatz 3 der Polizeiverord-nung über den Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden (American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, American Pitbull Terrier) im Saarland vom 26. Juli 2000 vor:

Außerhalb befriedeten Besitztums, sowie bei Mehrfamilienhäusern, auf Zuwegen oder Treppenhäusern, sind gefährliche Hunde an der Leine zu führen und haben einen das Beißen verhindernden Maulkorb oder eine in der Wirkung gleiche Vorrichtung zu tragen .

§ 5 Absatz 6 der Verordnung betrifft zunächst alle Hunde, ist aber örtlich wiederum eingeschränkt:

An der Leine zu führen sind alle Hunde, die mitgeführt werden

1.) bei öffentlichen Versammlungen, Aufzügen, Volksfesten, und sonstigen Veranstaltungen mit Menschenansammlungen

2.) in Gaststättenbetrieben, in Einkaufszentren, in Fußgängerzonen und in Haupteinkaufsbereichen

3.) in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Was bleibt ist das Tötungsrecht bei wildernden Hunden im Rahmen des Jagdschutzes: Jagdschutzberechtigte sind danach befugt, wildernde Hunde zu töten, es sei denn, dass sich der Hund innerhalb der Einwirkung seiner Begleitperson befindet oder es sich um einen Jagd-, Hirten-, Blinden- oder Polizeihund handelt, der als solcher kenntlich ist und sich nur vorübergehend der Einwirkung seiner

Begleitperson entzogen hat (§ 40 SJG).